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Alltag · 8 Minuten Lesezeit

Türschwellenrampe und Bordsteinrampe: wie Sie kleine Höhen mit Rollstuhl, Rollator und Elektromobil überwinden

Türschwellenrampe richtig wählen: Höhe auf beiden Seiten messen, Gummi oder Aluminium, Stolperfallen vermeiden – und was für Bordsteinrampen am Gehweg gilt.

Von Steven Schulz · Stand:

Türschwelle im Querschnitt mit zwei unterschiedlich langen Keilrampen Querschnitt durch eine Türschwelle, Höhe und Länge im selben Maßstab. In der Mitte steht die Schwelle, darüber hängt das Türblatt. Links ist innen: Der Boden liegt dort 3 Zentimeter unter der Oberkante der Schwelle, ein Keil von 20 Zentimetern Länge führt hinauf. Rechts ist außen: Der Boden liegt 6 Zentimeter tiefer, der Keil ist 40 Zentimeter lang. Gestrichelte Linien zeigen die Höhe der Schwellenoberkante, senkrechte Maßlinien die beiden Höhen. Unten steht: gleiche Steigung von 15 Prozent, doppelte Höhe, doppelte Länge. Türschwelle im Schnitt: zwei Seiten, zwei Höhen innen außen Türblatt 3 cm 6 cm Keil 20 cm Keil 40 cm Gleiche Steigung, 15 %: doppelte Höhe, doppelte Länge Höhe und Länge im selben Maßstab
Querschnitt durch eine Türschwelle: innen 3 Zentimeter, außen 6 Zentimeter hoch, auf jeder Seite ein eigener Keil mit derselben Steigung, außen 40 statt 20 Zentimeter lang.

Eine Türschwellenrampe ist ein flacher Keil aus Gummi oder Aluminium, der die Kante einer Schwelle in eine Schräge verwandelt. Rollstuhl, Rollator und Elektromobil kommen so darüber, ohne anzustoßen. Welche Rampe passt, entscheiden zwei Zahlen: die Höhe der Schwelle auf der einen Seite und die Höhe auf der anderen. Sie sind oft verschieden, besonders an Balkon-, Terrassen- und Haustüren. Wer nur eine Seite misst, kauft die halbe Lösung.

Die Höhe messen – auf beiden Seiten

Stellen Sie den Zollstock senkrecht auf den Boden vor der Schwelle und messen Sie bis zur höchsten Stelle der Schwelle. Dann dasselbe auf der anderen Seite. Notieren Sie außerdem:

  • die Tiefe der Schwelle, also wie breit sie von innen nach außen ist,
  • die lichte Breite der Tür, gemessen bei geöffneter Tür,
  • in welche Richtung die Tür aufgeht und wie viel Luft unter dem Türblatt ist.

Der letzte Punkt wird oft vergessen. Liegt die Rampe auf der Seite, zu der die Tür aufschlägt, darf sie das Türblatt nicht blockieren. Probieren Sie das aus, bevor Sie etwas festkleben oder anschrauben. Wie Sie den ganzen Weg von der Wohnungstür bis zur Straße durchgehen, steht in Ein Elektromobil für Mutter oder Vater.

Für barrierefreie Neubauten sieht DIN 18040, die Norm für barrierefreies Bauen, untere Türanschläge und Schwellen gar nicht vor. Sind sie technisch unabdingbar, dürfen sie höchstens 2 Zentimeter hoch sein. So steht es in Teil 1 für öffentlich zugängliche Gebäude und in Teil 2 für Wohnungen, jeweils im Abschnitt 4.3.3.1. In älteren Häusern sind Schwellen oft deutlich höher. Genau dafür gibt es die Schwellenrampe.

Wie lang die Rampe sein muss

Die Rechnung ist dieselbe wie bei jeder Rampe: Höhe ÷ Steigung × 100 = Länge. Bei kleinen Höhen bleiben die Rampen kurz. Die Längen sind gerundet.

Höhe bei 6 % bei 10 % bei 15 %
2 cm 33 cm 20 cm 13 cm
3 cm 50 cm 30 cm 20 cm
4 cm 67 cm 40 cm 27 cm
6 cm 100 cm 60 cm 40 cm
10 cm 167 cm 100 cm 67 cm
15 cm 250 cm 150 cm 100 cm

Die 6 Prozent sind der Wert, den DIN 18040 für fest eingebaute Rampen nennt. Woher er kommt und was er für längere Rampen bedeutet, steht in Rollstuhlrampe: Länge und Steigung. Viele Schwellenrampen sind steiler, weil die Schräge nur einen kurzen Moment dauert. Für Elektromobil und Elektrorollstuhl gilt trotzdem die Grenze aus der Bedienungsanleitung, die maximal zulässige Steigung.

Wenn innen 3 und außen 6 Zentimeter zu überwinden sind, brauchen Sie zwei Keile. Bei gleicher Steigung ist der äußere doppelt so lang wie der innere. Die Zeichnung oben zeigt das im Querschnitt.

Vollgummi, Aluminium oder mehrteilig

Vollgummi. Schwer, liegt durch sein eigenes Gewicht und dämpft das Überfahren. Gummirampen gibt es für drinnen und draußen. Achten Sie draußen darauf, dass die Rampe für den Außenbereich angegeben ist.

Aluminium. Leicht und tragfähig, meist mit geriffelter oder beschichteter Oberfläche. Prüfen Sie, wie rutschhemmend sie bei Nässe ist. Eine glatte Metallfläche mit Raureif ist eine Rutschbahn.

Mehrteilige Rampen. Sie werden aus Elementen zusammengesetzt, so dass sich Höhe und Länge anpassen lassen. Das ist nützlich, wenn innen und außen unterschiedlich hoch sind oder wenn mehrere Türen verschiedene Schwellen haben. Nach demselben Prinzip gibt es Stufenrampen für eine einzelne niedrige Stufe, entsprechend länger.

Bei jeder Bauart zählt die Tragfähigkeit: Fahrzeug mit Akku, Körpergewicht und Zuladung zusammen, mit Reserve.

Befestigen: liegen lassen, kleben oder schrauben

Lose. Ein schwerer Gummikeil bleibt oft von selbst liegen. Mit der Zeit kann er aber wandern. Schauen Sie in den ersten Wochen regelmäßig nach, ob er noch dicht an der Schwelle liegt.

Geklebt. Mit dem Klebeband oder Kleber, den der Hersteller nennt, auf sauberem und trockenem Untergrund. Das ist meist wieder lösbar, kann aber Spuren auf dem Boden hinterlassen.

Geschraubt. Hält am besten. Bohren Sie in einer Mietwohnung aber nicht ohne Rücksprache in Boden oder Schwelle. Was Mieter dürfen und verlangen können, steht in Rampe am Hauseingang: Mietrecht und Zuschuss.

In jedem Fall muss die Rampe satt aufliegen und darf nicht wippen. Oben schließt sie ohne Spalt an die Schwelle an. In einen Spalt fällt sonst genau das kleine Vorderrad eines Rollators.

Die neue Stolperkante

Eine Rampe beseitigt eine Kante für Räder und schafft eine neue für Füße. Wer im Haushalt zu Fuß geht, stößt mit der Fußspitze an, wer einen Rollator schiebt, mit den kleinen Vorderrädern. Das betrifft auch Besuch und den Pflegedienst. Drei Dinge helfen:

  • Eine flach auslaufende Unterkante. Je dünner der Keil am unteren Ende, desto weniger hakt es.
  • Kontrast. DIN 18040 nennt für vorhandene Schwellen eine Ausführung, die sich vom Bodenbelag sichtbar abhebt. Für eine Rampe ist das genauso sinnvoll: hell auf dunklem Boden oder dunkel auf hellem.
  • Licht. Der Weg zur Toilette in der Nacht führt oft über genau diese Schwelle. Ein kleines Nachtlicht in der Steckdose genügt.

Mit dem Elektromobil fahren Sie jede Rampe und jede Kante gerade an, nicht schräg. Warum, steht in Warum ein Elektromobil kippt.

Balkon- und Terrassentür: oft die höchste Schwelle

Balkon- und Terrassentüren haben häufig die höchste Schwelle in der Wohnung, weil sie Regenwasser draußen halten müssen. Außen liegt der Boden oft tiefer als innen. Hier brauchen Sie fast immer zwei Rampen unterschiedlicher Länge. DIN 18040-2 verlangt zwar für barrierefreie Neubauwohnungen, dass ein Balkon oder eine Terrasse von der Wohnung aus schwellenlos erreichbar ist. Im Bestand ist das selten so.

Draußen muss die Rampe Regen, Frost und Sonne vertragen. Achten Sie darauf, dass sie den Wasserablauf vor der Tür nicht versperrt. Sonst steht das Wasser genau dort, wo es nicht hin soll.

Bordsteinrampe: im eigenen Hof Ihre Sache, auf dem Gehweg nicht

Auf dem eigenen Grundstück, etwa an der Garage oder am Übergang zur Hofeinfahrt, entscheiden Eigentümer selbst. Mieter fragen vorher den Vermieter. Auf dem öffentlichen Gehweg gelten andere Regeln:

  • § 32 Absatz 1 StVO verbietet, Gegenstände auf Straßen zu bringen oder dort liegen zu lassen, wenn dadurch der Verkehr gefährdet oder erschwert werden kann. Zur Straße gehört auch der Gehweg. Wer dafür verantwortlich ist, muss das Hindernis unverzüglich beseitigen und bis dahin ausreichend kenntlich machen.
  • Eine Rampe, die dauerhaft liegen bleibt oder festgeschraubt ist, geht in aller Regel über den Gemeingebrauch der Straße hinaus. Das ist eine Sondernutzung, die eine Erlaubnis braucht. Geregelt ist das in den Straßengesetzen der Länder und für Bundesstraßen in § 8 Bundesfernstraßengesetz, oft ergänzt durch eine Satzung der Gemeinde.
  • Das Bundesfernstraßengesetz enthält dazu einen Satz, der hier zählt: Eine Erlaubnis soll nicht erteilt werden, wenn behinderte Menschen durch die Sondernutzung in der Ausübung des Gemeingebrauchs erheblich beeinträchtigt würden. Eine Rampe, die anderen den Gehweg verengt, steht also auch Rollstuhl- und Rollatornutzern im Weg.

Eine Bordsteinrampe, die Sie nur für die Überfahrt anlegen und gleich wieder mitnehmen, bleibt nicht liegen. Behindern darf sie in diesem Moment trotzdem niemanden. Ob ein Fall im Einzelnen erlaubt ist, beantwortet das Ordnungsamt Ihrer Gemeinde.

Oft einfacher ist ein abgesenkter Bordstein ein paar Meter weiter. Fehlt er an einer Stelle, die Sie täglich brauchen, fragen Sie bei der Gemeinde nach, ob dort eine Absenkung möglich ist.

Wer die Kosten trägt

Eine lose Rampe kaufen und bezahlen Sie in der Regel selbst. Für feste Umbauten am Hauseingang kann die Pflegekasse bei vorhandenem Pflegegrad einen Zuschuss für eine Maßnahme zur Verbesserung des Wohnumfelds geben, nach § 40 Absatz 4 SGB XI. Das ist eine Kann-Leistung, kein fester Anspruch. Wie Sie das beantragen, steht in Pflegegrad und Hilfsmittel.

Was Sie jetzt tun können

  1. Messen Sie jede Schwelle auf beiden Seiten, dazu ihre Tiefe, die lichte Türbreite und die Luft unter dem Türblatt. Schreiben Sie die Zahlen auf.
  2. Suchen Sie die maximal zulässige Steigung Ihres Elektromobils oder Elektrorollstuhls in der Anleitung heraus und rechnen Sie die nötige Länge aus.
  3. Wählen Sie das Material nach dem Ort: drinnen oder draußen, trocken oder nass.
  4. Legen Sie die Rampe zuerst eine Woche lose hin und beobachten Sie, wer im Haushalt darüber stolpert. Erst dann kleben oder schrauben, in der Mietwohnung nach Rücksprache.
  5. Für den Bordstein suchen Sie zuerst eine Absenkung in der Nähe. Lassen Sie eine Rampe auf dem Gehweg nie liegen.

Häufige Fragen

Wie hoch darf eine Türschwelle sein?

Für barrierefreie Neubauten nach DIN 18040 sind Schwellen und untere Türanschläge nicht vorgesehen. Sind sie technisch unabdingbar, dürfen sie höchstens 2 Zentimeter hoch sein. In bestehenden Häusern gibt es oft höhere Schwellen, die Sie mit einer Rampe ausgleichen können.

Wie messe ich eine Türschwelle für eine Rampe aus?

Messen Sie senkrecht vom Boden bis zur höchsten Stelle der Schwelle, und zwar auf beiden Seiten. Die Höhen sind oft verschieden, dann brauchen Sie zwei verschieden lange Keile. Notieren Sie dazu die Tiefe der Schwelle und die Luft unter dem Türblatt.

Was ist besser für eine Türschwellenrampe: Gummi oder Aluminium?

Vollgummi ist schwer, liegt gut und dämpft. Aluminium ist leicht und tragfähig, sollte aber eine rutschhemmende Oberfläche haben. Für draußen zählt bei beiden, dass sie für den Außenbereich geeignet sind.

Darf ich eine Bordsteinrampe auf den Gehweg legen?

Nur so, dass niemand gefährdet oder behindert wird, und nicht dauerhaft. § 32 Absatz 1 StVO verbietet Gegenstände auf der Straße, die den Verkehr gefährden oder erschweren können. Eine Rampe, die liegen bleibt oder festgeschraubt wird, braucht in aller Regel eine Erlaubnis der Gemeinde.

Darf ich in der Mietwohnung eine Schwellenrampe festschrauben?

Eine lose Rampe verändert die Wohnung nicht. Bevor Sie kleben oder bohren, fragen Sie den Vermieter. Einzelheiten stehen in Rampe am Hauseingang: Mietrecht und Zuschuss.