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Kauf · 7 Minuten Lesezeit

Betrug erkennen: Wenn der falsche Support eine Verifizierung verlangt

44 gefälschte Nachrichten in neun Minuten an Verkäufer dieser Seite. Woran Sie die Masche erkennen und was zu tun ist, wenn Sie geantwortet haben.

Von Steven Schulz · Stand:

Fünf Merkmale einer Betrugsnachricht Das Schaubild zeigt eine nachgestellte Betrugsnachricht als Karte. Fünf numerierte Marken zeigen auf die verräterischen Zeilen und sind rechts benannt: falscher Absender, keine Anrede, Eile, Kurzlink und Vorkasse. Fünf Merkmale in einer Nachricht Von: ScooterprofiSupport Sehr geehrter Verkäufer, Ihr Artikel ist verkauft. Bitte noch heute bestätigen: kurzlink.xy/a7f Auszahlung nach Vorkasse 1 2 3 4 5 Absender keine Anrede Eile Kurzlink Vorkasse
Schaubild einer Betrugsnachricht, in der fünf Stellen numeriert und benannt sind: falscher Absender, fehlende Anrede, Eile, Kurzlink und Vorkasse.

Wenn Sie hier ein Elektromobil anbieten, kann es passieren, dass sich jemand meldet, der sich für den Support dieser Seite ausgibt und eine „Verifizierung“ verlangt, bevor Ihr Geld ausgezahlt werde. Das ist immer eine Fälschung. Drei Sätze reichen, um jede solche Nachricht einzuordnen:

  • Scooterprofi fordert nie zu einer Verifizierung auf.
  • Diese Seite wickelt keine Zahlung ab.
  • Niemand von dieser Seite fragt nach Bankdaten, nach einem Bestätigungscode oder schickt einen Link, den Sie bestätigen sollen.

Wer eines dieser drei Dinge verlangt, kommt nicht von hier. Sie können die Nachricht löschen, ohne zurückzuschreiben.

Was an einem Nachmittag im Anfrageformular passierte

Zwischen 13:39 und 13:48 Uhr — neun Minuten — gingen über das Anfrageformular der alten Seite 44 Nachrichten ein. Sie erreichten 41 der 44 Verkäufer, also fast alle, die zu dem Zeitpunkt ein Fahrzeug anboten. Als Absendername stand „ScooterprofiSupport“ darin. Der Inhalt war jedes Mal derselbe: Der angebotene Artikel sei verkauft, und damit das Geld ausgezahlt werden könne, sei eine Verifizierung über einen Kurzlink nötig.

Nichts davon war echt. Es gab keinen Käufer, keine Zahlung und keinen Support, der so etwas schreibt. Der Absendername lässt sich in einem Formular frei eintippen, so wie man auf einen Briefumschlag jeden beliebigen Absender schreiben kann.

Der Fall ist erwähnenswert, weil er zeigt, wie so etwas abläuft: nicht als persönlicher Angriff auf einen einzelnen Verkäufer, sondern in einem Rutsch an alle, maschinell, in neun Minuten. Es reicht, wenn einer von vierzig antwortet.

Die Masche heißt Vorschussbetrug

Das Muster ist alt und hat einen Namen: Vorschussbetrug. Das Opfer soll vor dem versprochenen Geld erst etwas herausgeben — eine Gebühr, eine Kontonummer, einen Bestätigungscode, eine Anmeldung auf einer nachgebauten Seite. Danach bricht der Kontakt ab.

Strafrechtlich ist das Betrug nach § 263 Absatz 1 StGB: Wer in der Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, durch Vorspiegelung falscher Tatsachen einen Irrtum erregt und dadurch das Vermögen eines anderen beschädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Das ist keine Grauzone und keine Unhöflichkeit, sondern eine Straftat.

Dass die Masche hier ankommt, hat nichts mit Leichtgläubigkeit zu tun. Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem man tatsächlich auf eine Antwort wartet. Sie behauptet genau das, was man hofft. Und sie kommt über denselben Weg wie die echten Anfragen. Wer darauf reagiert, hat nicht schlecht aufgepasst, sondern eine plausible Nachricht plausibel gefunden.

Sieben Merkmale, die zusammen ein deutliches Bild geben

Einzeln kann jedes dieser Merkmale harmlos sein. Zwei oder drei zusammen sind ein Grund, nicht zu antworten.

  • Eile. „Noch heute“, „innerhalb von 24 Stunden“, „sonst verfällt die Auszahlung“. Echte Käufer haben Zeit.
  • Ein Kurzlink. Eine Adresse aus wenigen Zeichen, an der man nicht ablesen kann, wohin sie führt. Seriöse Absender haben keinen Grund, ihr Ziel zu verbergen.
  • Eine Anrede ohne Ihren Namen. „Sehr geehrter Verkäufer“, „Hallo“, „Guten Tag Nutzer“. Wer Ihre Anzeige wirklich gelesen hat, weiß, wie Sie heißen.
  • Der Absender heißt wie die Plattform. Gerade das ist das Warnzeichen, nicht der Beweis für Echtheit.
  • Vorkasse in irgendeiner Form. Eine Gebühr, eine Kaution, eine Freischaltung, ein Betrag, der „nur durchgebucht“ wird. Für einen Privatverkauf brauchen Sie nie im Voraus zu zahlen.
  • Ein Käufer, der ohne Besichtigung kaufen will. Wer ein gebrauchtes Fahrzeug ungesehen und ohne Frage nach dem Batteriealter nimmt, will kein Fahrzeug.
  • Eine angebliche Spedition. Der Käufer sei im Ausland, im Krankenhaus, auf Montage, und eine Spedition hole das Fahrzeug ab — man müsse nur den Transport vorstrecken. Diese Spedition gibt es nicht.

Was echte Kaufinteressenten tun

Der Vergleich hilft mehr als jede Warnliste. Echte Interessenten fragen nach Dingen, die nur Sie wissen können: wie alt die Batterie ist, ob das Ladegerät dabei ist, wie hoch die Türschwelle am Abstellplatz ist, ob man am Samstag vorbeikommen kann. Sie nennen einen Ort, sie verhandeln, sie wollen sitzen und fahren. Und sie zahlen bei der Übergabe, nicht vorher.

Der Marktplatz hier stellt nur den Kontakt her. Alles Weitere — Preis, Vertrag, Übergabe, Geld — liegt zwischen Ihnen und dem Käufer. Genau deshalb kann keine Nachricht von dieser Seite eine Zahlung betreffen. Wie die Kontaktaufnahme über die Trefferliste läuft, sehen Sie an jeder Anzeige.

Wenn Sie schon geantwortet haben

Das ist der Teil, den die meisten Ratgeber auslassen. Wichtig ist: Es ist nichts verloren, nur weil Sie geantwortet haben.

  1. Schreiben Sie nicht weiter. Keine Erklärung, keine Absage, keine Drohung. Jede Antwort zeigt nur, dass hinter der Adresse ein Mensch sitzt.
  2. Haben Sie auf den Link geklickt, aber nichts eingegeben, ist in der Regel nichts passiert. Schließen Sie die Seite.
  3. Haben Sie Zugangsdaten eingegeben, ändern Sie das Passwort des betroffenen Dienstes sofort — und überall dort, wo Sie dasselbe Passwort verwendet haben.
  4. Haben Sie Bankdaten oder einen Bestätigungscode herausgegeben oder Geld überwiesen, rufen Sie sofort Ihre Bank an. Die Nummer steht auf Ihrem Kontoauszug und im Online-Banking. Je früher der Anruf, desto eher lässt sich eine Überweisung noch anhalten.
  5. Sichern Sie die Nachricht, bevor Sie etwas löschen: Bildschirmfoto oder ausdrucken, mit Datum und Uhrzeit.
  6. Erstatten Sie Anzeige. Das geht bei jeder Polizeidienststelle und bei den Internetwachen der Landespolizeien. Auch wenn kein Geld weg ist, hilft die Anzeige, weil sich erst über viele Meldungen ein Muster zeigt.
  7. Melden Sie es hier. Wenn eine solche Nachricht über das Formular dieser Seite kommt, schreiben Sie es dem Betreiber über die Adresse im Impressum. Der Absender lässt sich dann sperren, bevor er es bei den nächsten vierzig versucht.

Und sagen Sie es weiter, gerade in der Familie. Wer die Masche einmal beschrieben bekommen hat, erkennt sie beim zweiten Mal in fünf Sekunden.

Was Sie jetzt tun können

  1. Merken Sie sich die drei Sätze vom Anfang. Sie ersetzen jede Prüfung: keine Verifizierung, keine Zahlung, keine Bankdaten.
  2. Legen Sie fest, wie Sie Geld annehmen, bevor die erste Anfrage kommt — bei der Übergabe, nicht vorher.
  3. Schreiben Sie in Ihre Anzeige, dass Sie nur nach Besichtigung verkaufen. Das erspart Ihnen den größten Teil dieser Nachrichten.
  4. Prüfen Sie bei jeder Nachricht zuerst die Anrede und den Link, nicht den Absendernamen.
  5. Sprechen Sie mit der Person, die Ihnen beim Verkauf hilft, über diesen Artikel — meist ist das ein Kind oder ein Enkel, und meist ist das die Person, die die Nachricht als Erste liest.

Wie eine Besichtigung abläuft, bei der beide Seiten sicher sind, steht in der Checkliste für die Besichtigung. Den ganzen Ablauf von der Anzeige bis zur Übergabe finden Sie unter Elektromobil selbst verkaufen, die Seite des Käufers unter gebraucht kaufen.