Technik · 8 Minuten Lesezeit
Pflege und Wartung am Elektromobil: was in welchem Abstand
Vier Abstände, nicht zwanzig Regeln: was nach jeder Fahrt, jede Woche, jeden Monat und einmal im Jahr am Elektromobil oder Seniorenmobil zu tun ist.
Von Steven Schulz · Stand:
Wartung an einem Elektromobil ist keine Wissenschaft, aber sie braucht einen Rhythmus. Wer alles auf einmal machen will, macht es nie. Wer vier Abstände kennt, kommt mit wenigen Minuten in der Woche aus.
Diese Seite beschreibt die laufende Arbeit und ihre Abstände. Die eine große Durchsicht nach dem Winter ist eine eigene Sache und steht als Ablauf in Frühjahrscheck am Elektromobil. Alles zum Laden und zur Batterie steht in Die Batterie im Seniorenmobil.
Zuerst: woher die Werte kommen
Wir nennen hier bewusst keine Reifendrücke und keine Drehmomente. Der richtige Luftdruck steht auf der Reifenflanke oder in der Gebrauchsanweisung Ihres Fahrzeugs, und er unterscheidet sich zwischen Modellen deutlich. Wer nach einem Wert im Internet aufpumpt, fährt auf der falschen Zahl.
Wenn Sie die Gebrauchsanweisung nicht mehr haben: Hersteller und Sanitätshäuser geben sie meist auf Anfrage heraus, und die Modellbezeichnung dafür finden Sie auf dem Typenschild. Legen Sie die Anleitung an den Ort, an dem Sie das Fahrzeug laden. Dort brauchen Sie sie.
Nach jeder Fahrt: zwei Minuten
- Anstecken. Das Ladegerät ist der wichtigste Handgriff des Tages, auch nach kurzen Wegen.
- Grober Schmutz weg. Ein trockenes Tuch oder eine weiche Bürste genügt. Wichtig ist es nach Regen und nach Fahrten auf gestreuten Wegen.
- Ein Blick auf die Reifen. Sieht einer platter aus als gestern, ist er es meistens auch.
- Trocken abstellen. Nicht nass unter eine Plane. Unter der Folie bleibt die Feuchtigkeit und arbeitet weiter.
Jede Woche: zehn Minuten
Die Reifen
Das ist die Position, die am häufigsten vernachlässigt wird und am meisten kostet. Zu weiche Reifen fressen Reichweite, verschleißen ungleichmäßig und machen die Lenkung schwammig.
- Luftdruck prüfen, und zwar an allen Rädern, nicht nur vorn.
- Flanken ansehen: Risse, Beulen, eingefahrene Steine oder Glassplitter.
- Das Profil ansehen. Bei Luftreifen an Kraftfahrzeugen schreibt § 36 Absatz 3 StVZO für das Hauptprofil mindestens 1,6 Millimeter am ganzen Umfang vor; ein motorisierter Krankenfahrstuhl ist ein Kraftfahrzeug. Viele Elektromobile fahren allerdings auf Vollgummi, und dort gibt es kein Profil im Sinne dieser Vorschrift — Maßstab ist dann die Verschleißmarkierung oder die Angabe der Gebrauchsanweisung.
Bremsen und Bedienung
- Im Stand die Bremse anziehen und prüfen, ob das Fahrzeug hält.
- Langsam anfahren und bremsen. Zieht es zu einer Seite, schleift oder quietscht es?
- Freilaufhebel betätigen und wieder einlegen. Er muss sauber einrasten.
- Gasgriff loslassen: das Fahrzeug muss von selbst zum Stehen kommen.
Licht, Hupe, Spiegel
Scheinwerfer, Rücklicht, Bremslicht, Blinker und Hupe durchprobieren, Reflektoren abwischen, Spiegel auf festen Sitz prüfen. Nach § 17 Absatz 1 StVO sind die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen während der Dämmerung, bei Dunkelheit und dann zu benutzen, wenn die Sichtverhältnisse es sonst erfordern. Im Winter ist das jeder Nachmittag.
Jeden Monat: eine halbe Stunde
- Richtig reinigen. Feuchtes Tuch, mildes Spülmittel, weiche Bürste. Keinen Hochdruckreiniger und keinen Dampfreiniger: beide treiben Wasser in Lager, Steckverbindungen und Motorgehäuse, und der Schaden zeigt sich erst Wochen später. Kein Scheuermittel und keine Lösungsmittel auf Kunststoff.
- Batteriepole ansehen. Fester Sitz, kein weißlicher oder grünlicher Belag. Wer Polfett aufträgt, tut es sparsam und nur auf saubere Pole.
- Steckverbindungen prüfen. Ladebuchse, Steckverbinder am Batteriefach, Stecker am Ladegerät. Feuchtigkeit und Grünspan sind hier der häufigste Grund dafür, dass ein Fahrzeug morgens nicht anspringt.
- Bewegliche Teile. Sitzverstellung, Lenksäulenverstellung, Armlehnengelenke, Klappmechanik. Leichtgängig halten, mit dem Mittel, das die Gebrauchsanweisung nennt. Auf Bremsflächen gehört kein Schmiermittel.
- Schrauben nachziehen. Sitzbefestigung, Lenkerklemmung, Korbhalterung, Spiegelaufnahmen. Handfest und ohne Gewalt.
- Ladegerät und Kabel. Knickstellen, blanke Stellen, verformte Stecker. Ein beschädigtes Ladekabel wird ersetzt, nicht abgeklebt.
Wenn die Sitzposition in dieser halben Stunde auffällt, weil etwas drückt oder der Rücken hängt: das ist kein Wartungspunkt, sondern eine Einstellung. Dazu steht alles in Sitz und Lenker einstellen.
Einmal im Jahr: der Fachbetrieb
Es gibt für Elektromobile keine Hauptuntersuchung und keine gesetzlich vorgeschriebene Inspektion. Was es gibt, ist die Verantwortung für den Zustand: Nach § 23 Absatz 1 StVO muss der Fahrzeugführer dafür sorgen, dass das Fahrzeug vorschriftsmäßig ist, und nach § 31 Absatz 2 StVZO darf der Halter die Inbetriebnahme eines nicht vorschriftsmäßigen Fahrzeugs nicht zulassen. Eine jährliche Durchsicht ist der praktische Weg, diese Verantwortung einzulösen.
Sinnvoll ist sie für die Dinge, die Sie zu Hause nicht beurteilen können:
- Bremsen zerlegen, Beläge messen, nachstellen
- Radlager und Lenkungsspiel prüfen
- Batteriezustand unter Last messen, nicht nur die Anzeige lesen
- Fahrregler und Kabelbaum auf Scheuerstellen und Korrosion prüfen
- Rahmen und Aufnahmen auf Risse ansehen
Angefahren wird dafür ein Sanitätshaus, ein Servicepartner des Herstellers oder eine Fachwerkstatt für Rehatechnik. Welche dieser Stellen für welchen Fall zuständig ist, steht in Reparatur am Elektromobil. Bitten Sie um ein schriftliches Protokoll; es ist später beim Verkauf das einzige belastbare Argument für den Zustand.
Wenn das Fahrzeug der Krankenkasse gehört
Ist das Elektromobil ein Hilfsmittel der Krankenkasse, ist es meist ein Leihgerät, und dann gehört die Wartung nicht in Ihre Hand und nicht auf Ihre Rechnung. Der Anspruch nach § 33 Absatz 1 SGB V umfasst nach Satz 5 auch die notwendige Änderung, Instandsetzung und Ersatzbeschaffung. Rufen Sie in diesem Fall den Leistungserbringer an, der das Gerät geliefert hat, und nicht die nächste Werkstatt. Eine Reparatur in Eigenregie kann Ansprüche kosten.
Was Sie jetzt tun können
- Suchen Sie die Gebrauchsanweisung heraus und schreiben Sie den vorgeschriebenen Reifendruck auf einen Zettel am Ladeplatz. Ohne diesen Wert ist die wöchentliche Prüfung wertlos.
- Legen Sie einen festen Wochentag für die zehn Minuten fest. Ein Tag im Kalender hält länger als ein Vorsatz.
- Besorgen Sie sich eine Handpumpe mit Druckanzeige, ein weiches Tuch und eine Bürste. Mehr braucht es für die laufende Pflege nicht.
- Tragen Sie einen Monatstermin für die halbe Stunde ein, am besten am Monatsanfang.
- Rufen Sie einen Fachbetrieb an und vereinbaren Sie die jährliche Durchsicht. Der ruhigste Termin dafür ist der Herbst, vor der dunklen Jahreszeit.
Wie sich die Jahre summieren und woran ein Fahrzeug am Ende scheitert, steht in Wie lange hält ein Elektromobil.