Technik · 8 Minuten Lesezeit
Frühjahrscheck am Elektromobil: der Ablauf in der richtigen Reihenfolge
Die eine Durchsicht nach dem Winter, Schritt für Schritt: zuerst die Batterie ans Ladegerät, dann Reifen, Bremsen, Licht und Salzreste, zuletzt die Probefahrt.
Von Steven Schulz · Stand:
Der Winter hinterlässt an einem Elektromobil drei Dinge: eine Batterie, die Wochen ohne Ladung hinter sich hat, Salz an allem, was unten liegt, und Feuchtigkeit in Steckverbindungen. Diese Seite ist keine Sammlung von Tipps, sondern ein Ablauf: neun Schritte in einer Reihenfolge, die einen Grund hat.
Der Grund ist einfach. Ein vollständiger Ladevorgang dauert Stunden, alles andere zusammen dauert eine. Also fängt die Durchsicht mit dem Ladegerät an, und der Rest passiert in der Wartezeit. Rechnen Sie mit einem halben Tag, von dem Sie eine Stunde wirklich arbeiten.
Die laufenden Handgriffe während der Saison und ihre Abstände stehen in Pflege und Wartung. Hier geht es um die eine Durchsicht nach dem Winter.
Schritt 1: Batterie anstecken, und zwar zuerst
Bevor Sie irgendetwas anderes anfassen, gehört das Fahrzeug ans Ladegerät. Sehen Sie sich dabei die Blöcke an: Risse, Beulen, Verformungen oder feuchte Stellen am Gehäuse sind kein Fall für einen Ladeversuch, sondern für den Fachbetrieb.
Notieren Sie die Uhrzeit, zu der Sie angesteckt haben. Wie lange das Laden dauert, ist die wichtigste Auskunft dieses Tages. Wer nach dem Winter in zwei Stunden voll ist, wo es im Herbst acht waren, hat keine schnelle Batterie, sondern eine leere Hülle.
Was den Zustand einer Batterie ausmacht und woran ihr Ende zu erkennen ist, steht in Die Batterie im Seniorenmobil.
Schritt 2: Salz abwaschen, unten anfangen
Solange geladen wird, kommt das Salz weg. Lauwarmes Wasser, mildes Spülmittel, weiche Bürste. Wichtig ist nicht das Blech, sondern das, was man nicht sieht: Radaufnahmen, Bremsen von außen, Rahmenunterseite, Kabeldurchführungen, Schraubenköpfe.
Kein Hochdruckreiniger und kein Dampfreiniger. Beide treiben Wasser dorthin, wo es monatelang bleibt. Danach abtrocknen, nicht an der Luft stehen lassen.
Schritt 3: Reifen
- Luftdruck auf den Wert bringen, der auf der Reifenflanke oder in der Gebrauchsanweisung steht. Alle Räder, nicht nur die Vorderen. Nach Monaten im Stand ist praktisch immer Luft weg.
- Flanken absuchen nach Rissen, Beulen und Standplatten. Ein Reifen, der monatelang unter Last auf einer Stelle gestanden hat, kann eine Delle behalten.
- Fremdkörper aus dem Profil holen: Steine, Splitter, Glas.
- Profil beurteilen. Für Luftreifen an Kraftfahrzeugen verlangt § 36 Absatz 3 StVZO ein Hauptprofil von mindestens 1,6 Millimetern am ganzen Umfang, und ein motorisierter Krankenfahrstuhl ist ein Kraftfahrzeug. Fährt Ihr Fahrzeug auf Vollgummi, gibt es dieses Profil nicht; dann gilt die Verschleißmarkierung am Reifen oder die Angabe des Herstellers.
Schritt 4: Bremsen
- Im Stand die Bremse anziehen und versuchen, das Fahrzeug zu schieben. Es muss stehen bleiben.
- Freilaufhebel lösen, Fahrzeug schieben, Bremse betätigen. Beide Räder müssen greifen.
- Bremszüge ansehen und von Hand bewegen. Ein Zug, der nach dem Winter schwergängig ist, sitzt fest und wird nicht besser.
- Belagstärke ansehen, soweit sichtbar.
Schleifen, Quietschen, ein schwammiger Druckpunkt oder einseitiges Ziehen sind Gründe, die Fahrt auszulassen und einen Fachbetrieb anzurufen. Eine Bremse ist der einzige Punkt dieser Liste, bei dem "geht schon noch" keine Antwort ist.
Schritt 5: Licht, Hupe, Reflektoren
Scheinwerfer, Rücklicht, Bremslicht, Blinker und Hupe durchprobieren. Streuscheiben von innen ansehen: beschlagene Gehäuse haben Wasser gezogen. Reflektoren abwischen; ein grauer Reflektor reflektiert nicht.
Nach § 17 Absatz 1 StVO sind die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen während der Dämmerung, bei Dunkelheit und dann zu benutzen, wenn die Sichtverhältnisse es sonst erfordern. Das ist ein Grund, das Licht im März zu prüfen und nicht erst im Oktober.
Schritt 6: Steckverbindungen und Ladebuchse
Der häufigste Winterschaden an einem Elektromobil ist kein Bruch, sondern Grünspan. Sehen Sie die Ladebuchse, den Steckverbinder am Batteriefach und den Stecker des Ladegeräts an. Belag auf den Kontakten, verformte Stifte, spröde Kabelmäntel. Ein beschädigtes Ladekabel wird ersetzt, nicht geflickt.
Schritt 7: Mechanik und Schrauben
- Lenkung von Anschlag zu Anschlag bewegen: leichtgängig, ohne Spiel und ohne Knacken.
- Sitz auf festen Sitz prüfen, Verstellung durchfahren.
- Armlehnen klappen, Rückenlehne prüfen.
- Korb, Spiegel, Halterungen nachziehen, handfest.
- Bewegliche Gelenke gängig machen, mit dem Mittel aus der Gebrauchsanweisung. Auf Bremsflächen kommt nichts.
Schritt 8: Die Probefahrt
Erst wenn die Batterie voll ist. Fahren Sie eine Strecke, die Sie gut kennen, und achten Sie auf vier Dinge: Geradeauslauf, Bremsverhalten, Geräusche und den Punkt, an dem die Anzeige fällt. Am Ende notieren Sie, wie weit Sie gekommen sind. Dieser Wert, einmal im Jahr aufgeschrieben, ist die einzige belastbare Auskunft darüber, ob die Reichweite nachlässt.
Schritt 9: Die Trennung in zwei Listen
Am Ende steht nicht ein Häkchen, sondern eine Entscheidung. Schreiben Sie zwei Listen.
Selbst erledigt — Luftdruck, Reinigung, Schrauben, Reflektoren, Kleinigkeiten an der Verkleidung.
In den Fachbetrieb — alles an Bremsen, alles am Rahmen, Lenkungsspiel, ein Fahrregler, der Aussetzer hat, eine Batterie, die nicht mehr trägt, jede Auffälligkeit, die Sie nicht erklären können.
Fotografieren Sie, was Sie zeigen wollen. Ein Bild erspart am Telefon zehn Minuten Beschreibung. Wohin Sie mit welchem Defekt gehen, steht in Reparatur am Elektromobil.
Ein Wort zur Verantwortung: Nach § 23 Absatz 1 StVO muss der Fahrzeugführer dafür sorgen, dass das Fahrzeug vorschriftsmäßig ist, und nach § 31 Absatz 2 StVZO darf der Halter die Inbetriebnahme eines nicht vorschriftsmäßigen Fahrzeugs nicht zulassen. Wer mit unklaren Bremsen losfährt, verlässt sich nicht auf Glück, sondern auf nichts.
Wenn das Fahrzeug der Krankenkasse gehört
Bei einem Leihgerät der Krankenkasse führen Sie die Schritte 1 bis 7 genauso durch, rufen aber bei allem, was in die zweite Liste gehört, den Leistungserbringer an, der das Gerät geliefert hat. Der Anspruch nach § 33 Absatz 1 SGB V umfasst nach Satz 5 auch die notwendige Instandsetzung. Eine Reparatur, die Sie selbst beauftragen, zahlen Sie unter Umständen selbst.
Was Sie jetzt tun können
- Stecken Sie das Fahrzeug heute an und notieren Sie Beginn und Ende des Ladevorgangs.
- Legen Sie das Werkzeug bereit: Handpumpe mit Druckanzeige, Eimer, weiche Bürste, Tuch, Schraubendreher, Taschenlampe.
- Arbeiten Sie die Schritte 2 bis 7 in dieser Reihenfolge ab, bei Tageslicht und nicht in der Garage.
- Fahren Sie die Probestrecke und schreiben Sie die erreichte Entfernung mit Datum auf.
- Rufen Sie mit der zweiten Liste einen Fachbetrieb an, bevor die Saison beginnt. Im Frühjahr sind die Termine knapp.
Was den Winter am Fahrzeug überhaupt so anstrengend macht und wie man in der kalten Jahreszeit fährt, steht in Elektromobil im Winter.