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Elektromobil-Reichweite: wie weit komme ich wirklich?

Wie weit ein Elektromobil kommt, was die Reichweite verringert, welche Batterietypen es gibt, und wie Sie den Bedarf für Ihren Alltag richtig berechnen.

Die Reichweite ist die Angabe, bei der zwischen Datenblatt und Alltag der grösste Abstand liegt. Wer das weiß, plant richtig. Wer es nicht weiß, bleibt irgendwann stehen.

Die Faustregel

Rechnen Sie Ihre häufigste Strecke, Hin- und Rückweg zusammen, und suchen Sie ein Gerät mit etwa der doppelten angegebenen Reichweite.

Das ist keine Übervorsicht. Herstellerangaben werden auf ebener Strecke gemessen, mit neuen Batterien, geringem Gewicht und bei angenehmer Temperatur. Keine dieser Bedingungen trifft im Winter mit Einkäufen an Bord auf einem Feldweg zu.

Reichweite nach Klasse

Klasse Reichweite laut Hersteller Batteriekapazität
Kompaktklasse 10 bis 20 km etwa 20 bis 35 Ah
Mittelklasse 25 bis 45 km etwa 35 bis 50 Ah
Premiumklasse 50 bis 80 km etwa 50 bis 100 Ah

Was die Reichweite verringert

  • Alter der Batterie. Der wichtigste Faktor von allen. Eine Batterie am Ende ihrer Lebensdauer schafft einen Bruchteil des ursprünglichen Werts.
  • Kälte. Bei Frost sinkt die nutzbare Kapazität deutlich, um grob ein Viertel bis ein Drittel.
  • Steigungen. Bergauf steigt der Verbrauch stark an. Eine hügelige Strecke kann die Reichweite halbieren.
  • Gewicht. Jedes zusätzliche Kilo kostet etwas, das eigene wie das der Einkäufe.
  • Gegenwind. In der Marsch und auf Deichen ein ernster Faktor.
  • Geschwindigkeit. Schneller fahren verbraucht überproportional mehr.
  • Reifendruck. Zu wenig Luft kostet merklich Reichweite. Der einfachste Hebel, den Sie haben.
  • Stop and Go. Häufiges Anfahren verbraucht mehr als gleichmäßiges Rollen.

Beispiele aus dem Alltag

Einkaufsfahrt, hin und zurück 6 km. Ein Gerät der Kompaktklasse schafft das mehrfach mit einer Ladung. Hier reicht die kleinste Klasse.

Arztbesuch in der Stadt, hin und zurück 12 km. Ein Gerät der Mittelklasse schafft das mit Reserve, ein Kompaktgerät mit alten Batterien im Winter nicht mehr zuverlässig.

Tagesausflug, Rundtour 25 km. Dafür brauchen Sie ein Gerät mit großer Batterie, und Sie sollten wissen, wo Sie unterwegs laden könnten.

Die drei Batterietypen

AGM-Batterien

  • günstig in der Anschaffung, wartungsfrei
  • etwa 300 bis 400 Ladezyklen
  • schwer, und empfindlich gegen Tiefentladung
  • passend für Gelegenheitsfahrer

Gel-Batterien

  • etwa 500 bis 600 Ladezyklen
  • unempfindlicher gegen Tiefentladung, längere Lebensdauer
  • teurer als AGM, längere Ladezeiten
  • passend für regelmäßige Fahrer

Lithium-Batterien

  • deutlich mehr Ladezyklen, oft ein Mehrfaches der Bleitypen
  • erheblich leichter, das macht bei Reisemodellen den Unterschied
  • kürzere Ladezeiten
  • hoher Anschaffungspreis, eigenes Ladegerät nötig
  • nicht bei Frost laden
  • praktisch die einzige Option für Flugreisen

Bei einem gebrauchten Gerät ist der Batterietyp weniger wichtig als das Alter der verbauten Batterien. Fragen Sie nach dem Baujahr der Batterien, nicht nur nach dem des Geräts.

Zehn Dinge, die Reichweite bringen

  1. Nach jeder Fahrt laden, nicht erst, wenn die Anzeige unten ist.
  2. Reifendruck prüfen. Der grösste Effekt für den geringsten Aufwand.
  3. Gleichmäßig fahren, häufiges Anfahren vermeiden.
  4. Nur mitnehmen, was Sie brauchen.
  5. Route planen und ebene Wege bevorzugen.
  6. Windgeschützte Strecken wählen, oder den Gegenwind auf den Hinweg legen.
  7. Die Batterie im Winter frostfrei lagern und vor der Fahrt aufwärmen lassen.
  8. Die jährliche Durchsicht machen lassen.
  9. Einen Eco- oder Sparmodus nutzen, wenn das Gerät einen hat.
  10. Batterien rechtzeitig tauschen. Eine alte Batterie zieht die Reichweite stärker herunter als alle anderen Faktoren zusammen.

Mehr zur Pflege steht unter Batteriepflege.

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