Ersatzteile für Elektromobile: was anfällt und wo Sie es bekommen
Welche Ersatzteile bei einem Elektromobil anfallen, welche Größenordnungen üblich sind und worauf Sie bei Passgenauigkeit und Einbau achten sollten.
ScooterProfi verkauft keine Ersatzteile. Diese Seite hilft Ihnen einzuschätzen, welche Teile bei einem Elektromobil anfallen, was sie ungefähr kosten und wo Sie sie bekommen. Das ist vor allem beim Gebrauchtkauf nützlich: Sie können damit abschätzen, was demnächst fällig wird.
Wo Sie Ersatzteile bekommen
- Beim Hersteller oder Importeur. Der sicherste Weg für modellspezifische Teile. Sie brauchen Marke, genaue Modellbezeichnung und Baujahr.
- Im Sanitätshaus oder Rehatechnik-Fachbetrieb. Dort kennt man die Geräte und kann auch einbauen.
- Im Fachhandel für Elektromobile und Rehatechnik, auch online.
- Batterien gibt es zusätzlich bei Batteriefachhändlern. Wichtig sind die passenden Maße, Anschlüsse und Kapazität.
Bevor Sie irgendwo anrufen, notieren Sie diese drei Angaben vom Typenschild: Hersteller, Modell samt Zusatz, Baujahr. Ohne sie kann Ihnen niemand helfen.
Welche Teile typischerweise anfallen
Die genannten Beträge sind Größenordnungen aus dem Fachhandel und dienen nur der Orientierung. Sie ändern sich, und sie unterscheiden sich je nach Modell.
| Teil | Größenordnung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Batterien | ab etwa 90 € je Batterie, bei Lithium ein Mehrfaches | das teuerste Verschleißteil, meist zwei Stück |
| Reifen | ab etwa 30 € | Vollgummi oder Luftreifen |
| Ladegerät | ab etwa 50 € | muss zum Batterietyp passen |
| Beleuchtung | ab etwa 20 € | LED, Blinker |
| Sitz | ab etwa 150 € | oft modellspezifisch |
| Spiegel, Hupe | ab etwa 10 € | meist universell |
Batterien: die wichtigste Position
Fast jedes Elektromobil hat zwei Batterien in Reihe. Die gängigen Größen:
| Typ | Kapazität | Maße etwa | Gewicht etwa |
|---|---|---|---|
| AGM 12 V | 20 Ah | 181 x 77 x 167 mm | 6,5 kg |
| AGM 12 V | 33 Ah | 195 x 130 x 155 mm | 10,5 kg |
| Gel 12 V | 50 Ah | 197 x 165 x 170 mm | 15 kg |
| Gel 12 V | 75 Ah | 260 x 169 x 211 mm | 24 kg |
| Lithium 24 V | 20 Ah | ähnlich AGM 20 Ah | unter 3 kg |
Die Maße sind entscheidend: Die Batterie muss in den Batteriekasten passen, und die Anschlusspole müssen auf der richtigen Seite liegen. Messen Sie nach, bevor Sie bestellen.
Zur Einordnung der Typen:
- AGM: günstig, wartungsfrei, etwa 300 bis 400 Ladezyklen
- Gel: langlebiger, unempfindlicher gegen Tiefentladung, etwa 500 bis 600 Ladezyklen
- Lithium: sehr leicht, viele Ladezyklen, schnellladefähig, teuer
Zwei Regeln beim Batterietausch: Immer beide zusammen tauschen, und immer vom gleichen Typ. Eine neue Batterie neben einer alten wird von der alten heruntergezogen.
Reifen
- Vollgummi: kann nicht platt werden, wartungsfrei, aber hart. Auf Kopfsteinpflaster und Feldwegen unangenehm.
- Luftreifen: deutlich mehr Komfort, federn mit, brauchen aber Luftdruckkontrolle und können platt gehen.
Die gängigen Größen bei Senioren-Elektromobilen sind unter anderem 200 x 50 für 8-Zoll-Felgen, 3.00-4 und 4.00-5. Welche Größe Ihr Gerät hat, steht auf der Reifenflanke.
Worauf Sie achten sollten
Modell und Baujahr
Viele Teile sind modellspezifisch, und Hersteller ändern über die Jahre Anschlüsse und Maße. Notieren Sie sich die Angaben vom Typenschild, bevor Sie etwas bestellen.
Passgenauigkeit
Vergleichen Sie Maße und Anschlüsse mit dem eingebauten Teil. Fotografieren Sie das alte Teil, bevor Sie es ausbauen.
Einbau
Körbe, Spiegel, Halter und Polster können Sie in der Regel selbst anbringen. Bei Reifen, Bremsen und allem, was an der Elektrik hängt, ist eine Werkstatt die bessere Wahl. Bremsen sind kein Ort für Improvisation.
Verschleiß einplanen
Reifen, Bremsbeläge und Batterien sind Verschleißteile. Bei einem gebrauchten Gerät rechnen Sie den absehbaren Ersatz in den Kaufpreis ein.
Marken mit guter Ersatzteillage
Für verbreitete Marken sind Teile in der Regel gut zu bekommen: Invacare, Pride, Kymco, Shoprider, Drive Medical, Dietz, Vermeiren und Sterling.
Bei seltenen oder sehr alten Modellen kann es schwierig werden. Das ist beim Gebrauchtkauf ein Argument, das oft unterschätzt wird: Ein günstiges Gerät, für das es keine Batterie in passender Größe mehr gibt, ist kein Schnäppchen.
Bei Kassenversorgung
Wenn die Krankenkasse das Gerät als Hilfsmittel gestellt hat, sind Ersatzteile und Reparaturen in der Regel Teil der Versorgung. Wenden Sie sich dann an die versorgende Stelle und kaufen Sie nichts selbst, bevor das geklärt ist.
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